Leonhardi Wallfahrt

Coole Typen

Die kleine Schneemannfamilie auf dem Foto fand ich letzte Woche im Biergarten eines griechischen Lokals in Weimar. Sie waren die einzigen Gäste in der frostigen Kälte, schienen sich aber sehr wohl zu fühlen. Mein Mann und ich haben uns aber nicht zu ihnen gesetzt: wir wählten statt dessen ein gemütliches warmes Café, wo es einen Schokoladenschneemann zum heissen Kaffee gab.

„Klassische“ Schneemänner erinnern sicherlich viele an ihre Kindheit, den ersten Schnee, tanzende Flocken, vielleicht Kohlenstücke als Augen oder Knöpfe und eine Rübennase. Aber von den nostalgischen Erinnerungen einmal abgesehen, kann man zum Thema „Schneemann“ noch einiges mehr entdecken. So las ich nach und fand, dass dem Schneemann sogar ein eigener Gedenktag gewidmet ist: am 18. Januar wird der „Tag des Schneemanns“ begangen. Laut Internetquellen wurde er 2011 von Cornelius Grätz aus Reutlingen ins Leben gerufen. Grätz ist offensichtlich ein Schneemann-Fan, denn er verfügt über eine Sammlung mit 3.000 dazu passenden Objekten, womit er es sogar ins Guiness-Buch der Rekorde geschafft hat. Einen weiteren Rekord hält die Gemeinde Bischofsgrün im Fichtelgebirge: 2006 wurde dort ein 12,80 m hoher Schneemann gebaut – bis heute der größte in Deutschland.

Wenn ich mich im näheren Umfeld umschaue, dann ist für mich auch ein Schneemann bemerkenswert, der bereits im Oktober 2012 den Teilnehmern der Leonhardi-Wallfahrt in Pasenbach zuwinkte, die zunächst wohl eher mit herbstlichen Temperaturen gerechnet hatten. Zu den lokalen Schneemännern gehört auch der freundlich blickende große Schneemann, der zusammen mit schneeballwerfenden jungen Männern für die aktuelle Ausstellung  „Winterfreuden“ im Dachauer Bezirksmuseum wirbt.

Vielleicht haben sie jetzt auch Lust bekommen einen Schneemann zu bauen? Natürlich vorausgesetzt, dass wir noch etwas Schnee haben. Und falls sie noch nie einen Schneemann oder eine Schneefrau gebaut haben – dafür gibt es im weltweiten Netz sogar Bauanleitungen für coole Typen. Aber es ist ja so einfach drei Kugeln zu rollen, aufeinander zu setzen und ein Gesicht mit gelber Rübe, Steinen, Mütze und Schal zu gestalten. Mit klassischem Zylinder wäre er sogar ein Vorbote für die Redoute am kommenden Samstag im Dachauer Schloss…

Fotos: Der „herbstliche“ Schneemann von 2012 in Pasenbach, mein Schokoladenschneemann vor dem Verzehr, das Kind der Weimarer Schneemannfamilie, der aufblasbare Schneemann meiner Kindheit, die Schneemannfamilie in Weimar.

Heimatmuseen im Netz(werk)

1. November 2015: die kulturhistorischen Museen im Landkreis sind online! Seit dem ersten Treffen im Juli 2014 hat sich aus einer ersten Idee eine tatkräftige Arbeitsgruppe entwickelt, die gemeinsam in die Zukunft gehen will. Sie hat sich den Namen „MuseenDachauerLand“ gegeben und trifft sich zwei bis dreimal im Jahr in einem der beteiligten Museen. Themen wie Öffentlichkeitsarbeit und Vermittlungsarbeit werden schwerpunktmäßig diskutiert oder auch Fachleute zu Referaten eingeladen. Der jeweilige Gastgeber stellt sein Haus und seine Sammlung vor und lädt bei einer gemeinsamen Brotzeit zum ungezwungenen fachlichen Austausch ein.

Die meisten der Landkreismuseen, die dem Verbund beigetreten sind, wurden durch private Initiativen gegründet und werden durch Ehrenamtliche weitergeführt: Haimhausen  (1986), Großberghofen (1989), Altomünster (1997) und Karlsfeld (2003). Neugründungen sind das Augustiner-Chorherrenmuseum in Indersdorf (2014) und das Schaudepot in Pasenbach (2015). Eine weitere Gruppe umfasst Einrichtungen, die in die Rubrik „Spezialmuseen“ gehören und sich dort bestimmten Themenbereichen widmen: das Bauernhofmuseum von Herrn Dr. Kammermeier in Ebersbach mit einer Sammlung an bäuerlichem Gerät und Alltagswerkzeug, das Bankmuseum der Volksbank in Dachau und das Brauereimuseum in Altomünster. Ein weiteres Mitglied ist das bereits 1905 gegründete Bezirksmuseum Dachau, das unter professioneller Führung  als kommunale Einrichtung zusammen mit der Gemäldegalerie Dachau und der Neuen Galerie Dachau als „Zweckverband Dachauer Galerien und Museen“ firmiert.

Vielleicht empfindet der eine oder andere den Begriff „kulturhistorische Museen“ als sperrig; man kann ja genauso gut auch von „Heimatmuseen“ sprechen, nachdem der Begriff der Heimat inzwischen positiv bewertet wird und Heimatmuseen nach und nach das Image des „Verstaubten“ ablegen. Noch 1981 kritisierte der Volkskundler Hans Roth  im Sonderheft 1 der vom Landesverein für Heimatpflege herausgegebenen Zeitschrift „Schönere Heimat“ das Heimatmuseum als „lediglich eine Anhäufung von Altväterhausrat, eine verstaubte Nostalgiesammlung, die Aufbereitung von Gegenständen einer ‚heilen Welt‘, die es seinerzeit wie heute nicht gab und gibt.“ 

Was ist dann heute ein zeitgemäßes Heimatmuseum?

Es ist ein Museum für den Ort und seine Bürger, ein Aushängeschild für die Kultur des Ortes und Botschafter für dessen kulturelle Tradition – ein lebendiger Treffpunkt für alle Gesellschaftsgruppen zum Lernen, Begegnen und Austauschen. Ein Heimatmuseum kann Ausgangspunkt für ein Miteinander von Alt- und Neubürgern sein. Ein Heimatmuseum kann aber auch überregionale Besucher interessieren.

In diesem Sinne ist die Webseite der Heimatmuseen des Dachauer Landes gedacht. Aktuelles und monatliche Empfehlungen laden dazu ein.

Schauen sie doch mal rein: www.museen-dachauer-land.de.

 

Auf dem FOTO sieht man die Landkarte, die Bestandteil des neues Werbeflyers der Museen ist.