Ausstellung

Ein Hofmaler

Kennen sie das hier abgebildete Bauwerk? Das ehemalige Hofmarkschloss im kleinen Ort Hof bei Eisenhofen? Einige von ihnen erinnern sich vielleicht noch an die Zeit, als vor der Gründung der Verbandsschule in Erdweg 1972 hier noch Schüler unterrichtet wurden. Ein wirklich geeigneter Ort für das Lernen, hatte hier doch bereits im 16. Jahrhundert der gelehrte Leonhard von Eck residiert, der seinerzeit als Berater Wilhelms IV am Hof in München das politische, wirtschaftliche, religiös-geistige und soziale Leben Bayerns prägte.

Und heute?

Bei einer meiner Entdeckungsfahrten durch den Landkreis führte mich mein Weg zum Schlösschen, wo ich das Glück hatte, das Ehepaar Riederer zu treffen, das mir mehr über die jüngere Geschichte des Schlosses erzählen konnte. Nach der Auflösung der Schule wurde es von vielen Künstlern bewohnt, die hier in der ländlichen Umgebung Inspiration fanden. Und auch Hartmut Riederer ist ein Künstler, der die Tradition der gelehrten Bewohner, Wissensdurstigen und Künstler fortsetzt. Er verfasst Theaterstücke, schreibt Prosatexte und Lyrik und malt fantasievolle Gemälde. Er erzählt darin von kosmischen Welten und schöpft aus seinem reichen Fundus an literarischem und philosophischem Wissen, das in sein vielseitiges Werk einfliesst.

Schnell stand für mich fest, dass noch mehr Menschen im Landkreis und darüber hinaus den Maler und Schriftsteller kennenlernen sollten. So werden jetzt ab 24. September 2017 im Museum in Altomünster bei einer Werkschau Bilder des „Hof“- Malers Hartmut Riederer unter dem Titel „Kosmos“ gezeigt werden. Da Hartmut Riederer erst vor kurzem seinen 75. Geburtstag gefeiert hat, ist die Ausstellung gleichzeitig ein schönes Geburtstagsgeschenk. Herzlichen Glückwunsch!

Das FOTO zeigt die Einfahrt zu Schloss Hof, das sich in Privatbesitz befindet und nicht besichtigt werden kann.

 

Für a Fünferl a Durchanand

Die aktuelle Ausstellung in Markt Indersdorf Trachtenschmuck – Statussymbol war ein willkommener Anlass, mich wieder einmal mit dem Thema Schmuck zu befassen. Dabei denkt man ja meist zunächst an Frauen und ihre Liebe zum Schmuck, vor allem an Diamanten, die ja ihre besten Freunde sein sollen, wenn man Marylin Monroe Glauben schenken darf. Die Ausstellung zeigt aber sehr anschaulich, dass auch Männer ein Faible für ihren ganz eigenen Schmuck hatten und haben. Das Paradestück des männlichen Trachtenschmucks ist dabei unbestritten das charivari.

charivari wird vom lateinischen caribaria abgeleitet und häufig mit Verrücktheit übersetzt. Ein weiteres Synonym ist Durcheinander. Auch stieß ich auf die Bedeutung Katzenmusik, was mich zu der Frage brachte, ob der so benannte Radiosender auch entsprechend schräge Musik spielt?

Doch heute interessiert mich vor allem das charivari als Schmuck, Talismann und Statussymbol. Es entstand aus einer Uhrkette, an die verschiedene Gegenstände gehängt wurden, die aus Horn, Haaren, Klauen, Zähnen, Münzen oder Kristallen bestehen konnten. Es sind Jagdtrophäen und Glücksbringer (auch in Liebesdingen) darunter und natürlich Münzen, die auf gesellschaftlichen Stand und Reichtum hinweisen. Eine ungerade Zahl an Anhängern gilt als ungeschriebene Regel, mindestens fünf Stück sollten es aber schon sein.

Ja und heute? Gibt es Sammler und Träger historischen Trachtenschmucks und Hersteller, die sich an den traditionellen Vorlagen orientieren.

Aber was wäre, wenn wir ein zeitgemäßes charivari entwerfen würden? Dafür hätte ich ein paar Ideen:

  • Für Herzensdinge ein Vorhängeschloss, das man dann der Angebeteten schenken könnte und an einer Brücke befestigen
  • Für den Jagderfolg eine goldene Kreditkarte
  • Als Talismann ein Smartphone, um immer für alle Fälle gerüstet zu sein
  • Als Zeichen für den Wohlstand einen Funkautoschlüssel für ein Luxusauto
  • Als Ausdruck von Erfolg eine Mitgliedskarte für einen exklusiven Golfclub.

Für a Fünferl bekommt man so ein Durchanand allerdings nicht – aber das spielt bei einem Statussymbol ja meist keine Rolle. Für einen großen Fünfer kann man ab 22. April 2017 hingegen viel Schmuck in der Ausstellung in Indersdorf betrachten und sich inspirieren lassen.

Einen Eindruck von einem Charivari vermittelt das FOTO, das einen Blick in eine der Ausstellungsvitrinen zeigt.