Museen

Servus beianand!

Vorgestern auf der Autobahn sah ich auf der Gegenfahrbahn Auto an Auto, Stoßstange an Stoßstange, alle auf dem Weg in Richtung Süden, die bayrischen Seen, die Berge – alles beliebte Ausflugsziele am Wochenende und auch für den längeren Aufenthalt. Ich war hingegen auf der Fahrbahn gen Norden in unseren Landkreis unterwegs und kam zügig voran.

Dabei fiel mir wieder ein, dass die April-Ausgabe des Magazins Servus für unser Dachauer Land geworben hatte. Die Redaktion hatte zu „einem Ausflug in ein beschauliches Stück Oberbayern“ eingeladen und zum Besuch aufgefordert: „Da gehen wir jetzt hin“.

Mit etwas klopfendem Herzen hatte ich den Beitrag gelesen: was würde die Redaktion von unser Gegend zeigen, wie würde das Dachauer Land dargestellt werden? Beim ersten Durchblättern: schöne Bilder, einladende Einkehrmöglichkeiten, Kulturtipps und nur Sonnenschein, blühendes Land, barocke Pracht, lächelnde Bürger. Auch in die oberbayrische Klischeekiste wurde kräftig gegriffen: Tracht, Bier, Wallfahrt. Aber das ist ja nicht verwunderlich –  oder haben sie schon einmal eine Reiseempfehlung mit verregneten Landstrichen und griesgrämigen Bewohnern gesehen, gar mit Wanderrouten durch gesichtslose Gewerbegebiete und Neubausiedlungen?

Deshalb zeigt auch Servus einige Schokoladenseiten des Dachauer Landes, die vielleicht mehr Besucher in den Münchner Norden locken werden. Dennoch glaube ich nicht, dass sich die Besucherströme von Norden nach Süden umkehren werden. Wir werden weiterhin ohne Stau und Stress das Hügelland, die Museen und Kulturangebote genießen können. Und schließlich gibt es ja noch viel mehr bei uns zu entdecken, als der Servus-Artikel vorgestellt hat!

In diesem Sinne bis demnächst, ganz entspannt, vielleicht in einem unserer Biergärten: „Servus beianand!“

 

Mein Tipp: im Juli erscheint im Bayerland Verlag ein Heimatbuch für Kinder. Zwei Mäuse unternehmen eine Entdeckungstour durch den Landkreis. Lassen sie sich überraschen!

Und noch ein Tipp: Mit dem Dachauer Forum besuche ich im Juni Kunsthandwerker im Landkreis.  

 

Heimatmuseen im Netz(werk)

1. November 2015: die kulturhistorischen Museen im Landkreis sind online! Seit dem ersten Treffen im Juli 2014 hat sich aus einer ersten Idee eine tatkräftige Arbeitsgruppe entwickelt, die gemeinsam in die Zukunft gehen will. Sie hat sich den Namen „MuseenDachauerLand“ gegeben und trifft sich zwei bis dreimal im Jahr in einem der beteiligten Museen. Themen wie Öffentlichkeitsarbeit und Vermittlungsarbeit werden schwerpunktmäßig diskutiert oder auch Fachleute zu Referaten eingeladen. Der jeweilige Gastgeber stellt sein Haus und seine Sammlung vor und lädt bei einer gemeinsamen Brotzeit zum ungezwungenen fachlichen Austausch ein.

Die meisten der Landkreismuseen, die dem Verbund beigetreten sind, wurden durch private Initiativen gegründet und werden durch Ehrenamtliche weitergeführt: Haimhausen  (1986), Großberghofen (1989), Altomünster (1997) und Karlsfeld (2003). Neugründungen sind das Augustiner-Chorherrenmuseum in Indersdorf (2014) und das Schaudepot in Pasenbach (2015). Eine weitere Gruppe umfasst Einrichtungen, die in die Rubrik „Spezialmuseen“ gehören und sich dort bestimmten Themenbereichen widmen: das Bauernhofmuseum von Herrn Dr. Kammermeier in Ebersbach mit einer Sammlung an bäuerlichem Gerät und Alltagswerkzeug, das Bankmuseum der Volksbank in Dachau und das Brauereimuseum in Altomünster. Ein weiteres Mitglied ist das bereits 1905 gegründete Bezirksmuseum Dachau, das unter professioneller Führung  als kommunale Einrichtung zusammen mit der Gemäldegalerie Dachau und der Neuen Galerie Dachau als „Zweckverband Dachauer Galerien und Museen“ firmiert.

Vielleicht empfindet der eine oder andere den Begriff „kulturhistorische Museen“ als sperrig; man kann ja genauso gut auch von „Heimatmuseen“ sprechen, nachdem der Begriff der Heimat inzwischen positiv bewertet wird und Heimatmuseen nach und nach das Image des „Verstaubten“ ablegen. Noch 1981 kritisierte der Volkskundler Hans Roth  im Sonderheft 1 der vom Landesverein für Heimatpflege herausgegebenen Zeitschrift „Schönere Heimat“ das Heimatmuseum als „lediglich eine Anhäufung von Altväterhausrat, eine verstaubte Nostalgiesammlung, die Aufbereitung von Gegenständen einer ‚heilen Welt‘, die es seinerzeit wie heute nicht gab und gibt.“ 

Was ist dann heute ein zeitgemäßes Heimatmuseum?

Es ist ein Museum für den Ort und seine Bürger, ein Aushängeschild für die Kultur des Ortes und Botschafter für dessen kulturelle Tradition – ein lebendiger Treffpunkt für alle Gesellschaftsgruppen zum Lernen, Begegnen und Austauschen. Ein Heimatmuseum kann Ausgangspunkt für ein Miteinander von Alt- und Neubürgern sein. Ein Heimatmuseum kann aber auch überregionale Besucher interessieren.

In diesem Sinne ist die Webseite der Heimatmuseen des Dachauer Landes gedacht. Aktuelles und monatliche Empfehlungen laden dazu ein.

Schauen sie doch mal rein: www.museen-dachauer-land.de.