Säkularisation

Staade Zeit

Auch im Kloster Altomünster ist fürs erste eine „staade Zeit“ angebrochen. Mit Beginn der adventlichen Zeit wurde auf Anordnung aus Rom mit der Auflösung der klösterlichen Gemeinschaft begonnen.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass das Kloster auch schon früher umwälzende Veränderungen erlebt hat: vom benediktinischen Männerkloster zum Frauenkloster, dann ab 1485 Übernahme durch die Birgittinnen mit späterer Erweiterung um ein Männerkloster. 1803 sollte auch das Kloster Altomünster im Rahmen der Säkularisation aufgelöst werden. Wie Anton Mayr in der Chronik des Altolandes festhielt, verlief diese folgendermaßen: „Am 19.3. nachmittags erscheint der Landrichter von Rain, Tünnermann, im Kloster, erklärt das Kloster für aufgehoben, nimmt die Kasse, Archiv, Sakristei, Bibliothek und Getreidekasten in Beschlag, beläßt der Äbtissin zur Bestreitung augenblicklicher Ausgaben einen Beitrag von 115 Gulden 20 Kreuzer und legt das übrige Geld unter Siegel. Die Mönche müssen aus ihrem Gebäude ausziehen. Sie erhalten eine stattliche Pension. […] Für das Frauenkloster findet sich kein Käufer. Die Schwestern dürfen deshalb in ihrem Kloster bleiben.“

Ein Jahr später, 1804, wurde das Ende der Klosteradministration gemeldet. Die Abwicklung lief nicht reiblungslos, wie der Chronist weiter berichtete: „Die Äbtissin des Klosters kann sich mit der Aufhebung des Klosters noch nicht abfinden. Sie erteilt Aufträge für Reparaturarbeiten und schickt dann die Rechnungen an die kurfürstliche Landes-Direktion zur Bezahlung. Von dort erhält sie die Antwort, daß die Rechnungen diesmal noch beim Rentamt Aichach angewiesen wurden. In Zukunft hat sie sich aber dabei eigenmächtigen Ausgaben umso mehr zu enthalten, als man selbe sonst gewiß unbezahlt lassen wird.“

Das ist natürlich Geschichte des 19. Jahrhunderts, daher sind etwaige Parallelen zu heute wohl eher zufällig. Aber die Geschichte des Klosters Altomünster ist sicherlich noch nicht zu Ende. Alles hat und braucht seine Zeit (Koh / Pred 3). Die stille Zeit, die jetzt dort angebrochen ist, ist deshalb auch eine Chance für einen unaufgeregten Neubeginn –  für ein ganz neues Kapitel in der Geschichte des Klosters „im Sinne eines geistigen Orts der Begegnung“.

Dazu braucht es Ideen, ja Visionen – ganz im Sinne der Tradition der Ordensstifterin, der Hl. Birgitta.